Deutscher Moorschutzdialog

Impulse für Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Landnutzung auf Mooren

Das Greifswald Moor Centrum entwickelt und moderiert den „Deutschen Moorschutzdialog“ ab Beginn Dezember 2015 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMUB. Durch Vernetzen von Akteuren, zielgerichtete Kommunikation und Wissenstransfer wird dieser Dialog vermitteln, welche Bedeutung Moore bei der Vermeidung von Treibhausgasemissionen spielen - und damit einen Beitrag zum Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung leisten können.

Nasse Moore sind Klimaretter; das haben Forschung und Pilotprojekte bewiesen. Moorböden auf weniger als 5 % der Landesfläche bilden mit ca. 2000 Millionen Tonnen Kohlenstoff den größten terrestrischen Kohlenstoffspeicher der Biosphäre in Deutschland.
Werden Moorböden entwässert, emittieren sie Treibhausgase in bislang weithin unterschätzten Maßstab: In Deutschland werden 75% der Moore landwirtschaftlich genutzt und dafür entwässert. Diese Moorflächen stellen nur 6% der landwirtschaftlichen Nutzfläche dar, sind jedoch für mehr als ein Drittel (37%) aller Emissionen aus der Landwirtschaft (inkl. Tierhaltung) verantwortlich. Das macht Moore in Deutschland wie auch weltweit zu Hotspots, in denen überdurchschnittlich hohe Emissionen pro Fläche auftreten bzw. vermindert werden können. Durch ein Umstellen auf eine nasse Moornutzung (Paludikultur) können Mooremissionen aus der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung verringert werden, ohne die Produktionsfunktion dieser Flächen aufzugeben.

Um dieses Potential für die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2020 zu aktivieren, wird der „Deutsche Moorschutzdialog“ auf Bundes- und Landes-, und Kommunalebenen bestehende Aktivitäten und Akteure zu Klimaschutz durch Moorschutz vernetzen. Bereits erzielte und zukünftig realistische Reduktionen von Treibhausgasemissionen durch Moor-Wiedervernässung und klimaschonende, produktive Moornutzung (Paludikultur) werden evaluiert und der Öffentlichkeit, insbesondere Multiplikatoren aus Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft, vermittelt.

Der „Deutsche Moorschutzdialog“ soll gemeinsam mit Politikern und Praktikern Umsetzungsprojekte und Anreizinstrumente zur nachhaltigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung nasser Moore anstoßen. Beispiele dafür sind die energetische Verwertung von Niedermoor-Biomasse, die Nutzung von Röhrichten für neue Baustoffe oder die Kultivierung von Torfmoosen als Torfersatz in Substraten für den Gartenbau.

Das Projekt wird mit einer Laufzeit bis Ende 2018 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Es wird gemeinsam von der Michael Succow Stiftung, der Universität Greifswald und DUENE e.V. , alle Partner im Greifswald Moor Centrum, durchgeführt.

 

   

Projektkoordination:

Susanne Abel, email: susanne.abel@greifswaldmoor.de