Geschichte

Greifswald – über zwei Jahrhunderte Kompetenz zu Jahrtausenden der Moorgeschichte

 

1456 Gründung der Universität Greifswald. 1637–1815 war Greifswald unter schwedischer Herrschaft und kann daher als "älteste schwedische Universität" angesehen werden.
1769 Erster Professor für Botanik.
1788 Johann Quistorp wird disziplinübergreifender Professor der Naturgeschichte und Ökonomie.
1820 Christian Friedrich Hornschuch (Hochschullehrer 1820–1850) gründet die Moorkunde in Greifswald, festgehalten in der Serie „Über die Eigenthümlichkeiten der Flora der Torfmoore in der Umgegend von Greifswald“ (1837) und der Herausgabe der „Bryologia Germanica“.
1824 Adelbert von Chamisso eröffnet mit „Untersuchung eines Torfmoors bei Greifswald“ die paläoökologische Moorforschung, identifiziert Meeresspiegeländerungen und Moorregeneration.
1853 Carl August Trommer entwickelt mit „Die Bonitirung des Bodens  vermittelst wildwachsender Pflanzen“ ein botanisches Indikatorensystem von Standorteigenschaften.
1921 Kurd von Bülow publiziert in „Das Kieshofer Moor bei Greifswald“ das erste Pollendiagramm aus Nordostdeutschland. Kurz darauf unter seiner Herausgeberschaft Anfang der Reihe „Handbuch der Moorkunde” mit Band I Von Bülow 1929: Allgemeine Moorgeologie, Band III Peus 1932: Die Tierwelt der Moore, Band IV Dokturowski 1938: Die Moore Osteuropas und Nordasiens, und Band VII Dachnowski-Stokes & Auer 1933: American Peat Deposits.
1927 Unterschutzstellung des Kieshofer Moors auf Initiative des Botanik-Professors Erich Leick. Er legte mit der Forschung dort die Grundlage für ein besseres Verständnis dessen, was wir heutzutage als Ökosystemdienstleistungen von Mooren bezeichnen.
1935 Erich Leick gründet das Institut für Pflanzenökologie, das erste derartige Institut in Deutschland.
1953 Werner Rothmaler Professor in Greifswald. Er schrieb in Greifswald den „Rothmaler“, die beste im deutschsprachigen Gebiet verfügbare Flora.
1963 Franz Fukarek entwickelt die Geobotanik, Pflanzengeographie, Floristik und Palynologie weiter.
1992 Michael Succow Professor in Greifswald. 1997 wird er für sein Naturschutz-Engagement mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt.
1996 Begründung der Arbeitsgruppe "Moorkunde und Paläoökologie" und des Studiengangs „Landschaftsökologie und Naturschutz“.
1999 Gründung der Michael Succow Stiftung und von DUENE e.V. Beide Organisationen haben einen Schwerpunkt auf Mooren.
2000 Hans Joosten wird Generalsekretär der International Mire Conservation Group (IMCG), deren Sekretariat seitdem an der Universität Greifswald angesiedelt ist.
2001 Neuauflage des Standardwerkes „Landschaftsökologische Moorkunde“ (Succow & Joosten 2001).
2007 Start des internationalen Studiengangs „Landscape Ecology and Nature Conservation“ mit Vertiefungsrichtung Mire Ecology.
2008 Martin Wilmking (Nachfolge Prof. Succow) erweitert das Profil in den Bereichen Ökosystemdynamik und Waldökologie. Hans Joosten wird als apl. Professor zur Stärkung der moorkundlichen Ausbildung und Forschung in Greifswald ernannt.
2014 "Environmental Change: Responses and Adaptations" wird fünfter Forschungsschwerpunkt der Universität Greifswald.