Umsetzung

Mitten in der moorreichen Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns konnten Greifswalder Naturschützer einmalige Zeitfenster für den Moorschutz und die Ausweisung von Schutzgebieten nutzen und dabei weit über die Region hinaus auch in den Transformationsländern der ehemaligen Sowjetunion wirksam werden. Für diese Initiativen erhielt Prof. Michael Succow 1997 den Right Livelihood Award (Alternativen Nobelpreis). Strategien für den Schutz von Moor-Biodiversität, insbesondere den global bedrohten Seggenrohrsänger, werden in Greifswald seit 2004 entwickelt und wurden in mehreren EU-LIFE-Projekten umgesetzt. Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) nominierte dafür 2008 Franziska Tanneberger als einen von 20 globalen ‘Earth Movers’.

 

In Greifswald wurde das Konzept der Paludikultur, d.h. der nassen Land- und Forstwirtschaft, entwickelt. Internationale Gremien wie der Weltklimarat (IPCC), UNEP (United Nations Environmental Programme), FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und das Europäische Parlament haben deren Wichtigkeit erkannt und das Konzept in eigene Veröffentlichungen aufgenommen. 2013 gab es zwei bedeutende Wissenschaftspreise für das Konzept der Paludikultur – den CULTURA-Preis der Alfred Töpfer Stiftung F.V.S. an Hans Joosten und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung an das Projekt „Vorpommern Initiative Paludikultur – VIP“. 2014 wurde die Pilotfläche des TORFMOOS-Projektes einer der 100 ausgezeichneten Orte im Wettbewerb „Land der Ideen“.

 

Zur Finanzierung von Moor-Wiedervernässung entwickelten Greifswalder Wissenschaftler die methodischen Grundlagen für Projekte unter dem globalen Verified Carbon Standard (VCS) und für die MoorFutures, die seit 2011 durch das Land Mecklenburg-Vorpommern als weltweit erste Kohlenstoffzertifikate aus Moorwiedervernässung angeboten werden. Ein zentraler Aspekt ist dabei der in Greifswald entwickelte Greenhouse gas Emissions Site Type-Ansatz (GEST).

Eine Vielzahl von angewandten Moor-Projekten setzt die Michael Succow Stiftung seit 1999 in Deutschland, Belarus, Ukraine, Kirgistan und in der Russischen Förderation um, bei denen bisher über 15.000 ha Moor restauriert wurden.

 

Einige Schwerpunkte sind:

  • Schutz von Moor-Biodiversität
  • Pilotprojekte Paludikultur/Niedermoor
  • Pilotprojekte Paludikultur/Hochmoor
  • Moorrestaurierung
  • Kohlenstoffzertifikate/Payment for Ecosystem Services