Aktuelles

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2024

von Dorothee Scheuch

Moor im Cerrado, Moor mit PV & RRR2025

Neuer GMC-Newsletter

5/06/2024 Riesige Moore, übersichtliche Moorforschung, viel zu tun – in der neuen Ausgabe unseres Newsletters nimmt uns Felix Beer mit in die Moore des brasilianischen Cerrado. Viel zu tun hat auch das kürzlich gegründete Projekt PaludiAllianz. Es will für schnell wachsende Nachfrage für Paludikultur-Biomasse sorgen und zwar jetzt. Und – viel Interesse an Photovoltaik auf Moor! Das Projekt MoorPV nimmt den Win-win-win für Energiewirtschaft, Klimaschutz und Biodiversität genau unter die Lupe. Außerdem im Newsletter: Save the Date für die RRR2025, neue MoorAgentur gegründet, frische Förderung zum Bauen mit nachwachsenden Materialien.
Wir wünschen nicht nur eine gute Lektüre, sondern nehmen gerne Feedback zum Newsletter entgegen, per E-Mail an communication@greifswaldmoor.de.

von NK

Save the Date für RRR2025

Moorlandschaft Ankündigung RRR2025.

Zum Welttag der Moore

02/06/2024 Anlässlich des Welttages der Moore gibt das Greifswald Moor Centrum das Save the Date für die vierte internationale RRR-Konferenz "Renewable Resources from Wet and Rewetted Peatlands" bekannt. die Konferenz bringt Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen in Greifswald zusammen, um Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen und drängende Fragen der Paludikultur zu erörtern.
2023 feierte das Konzept „Paludikultur“ das 25-jährige Bestehen. In den Bereichen Wiedervernässung, Anbau, Verarbeitung, Vermarktung, Politikentwicklung und Bewusstseinsbildung gab es in diesem Vierteljahrhundert schon große Fortschritte, aber noch fehlt die Umsetzung in großem Maßstab. Die Konferenz soll die an der Nutzung von wiedervernässten Mooren beteiligten Akteur*innen versammeln. WissenschaftlerInnen, Landbesitzende und -nutzende, Verwaltende, Herstellende, Künstler*innen, Designer*inen und politische Entscheidungsträger*innen sind dabei willkommen.
Ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Posterpräsentationen, Exkursionen und eine Reihe von interaktiven Veranstaltungen soll den sinnvollen Dialog dazu ermöglichen und wird derzeit auf die Beine gestellt. Für weitere Infos zu Anmeldung oder dem Einreichen von Abstracts etc. stay tuned auf unserer Website.

von Dorothee Scheuch

Entwässertes Moor aufforsten?

Kein guter Vorschlag für das NRL

13/05/2024 Obwohl das EU-Naturschutzgesetz im März von der Trilog-Agenda der EU gestrichen wurde, haben sich Wissenschaftler einen Vorschlag aus den Verhandlungen genauer angesehen: das aktive Aufforsten degradierter Moore. Ihre Schlussfolgerung: Langfristige Vorteile für das Klima lassen sich nicht belegen. Ihre Empfehlung: Das NRL sollte echte, natürliche Ökosysteme fördern, insbesondere dort, wo sich die Sequestrierung von Kohlenstoff nachweisen lässt.

Für den Artikel „Active afforestation of drained peatlands is not a viable option under the EU Nature Restoration Law“ hat Moorprofessor Gerald Jurasinski mit Kollegen des Greifswald Moor Centrum und anderen europäischen Moorforschern Fakten aus mehreren Studien zusammengestellt. Der im Ambio Journal of Environment and Society veröffentlichte Artikel legt dar, dass in den meisten Fällen die CO2-Freisetzung durch das Degradieren von Torfböden die Kohlenstoffbindung in der Waldbiomasse übersteigt. Er weist auf die Herausforderungen hin, Treibhausgasflüsse in Moorwäldern zu messen, sowohl mit der Hauben- als auch mit der Eddy-Kovarianz-Technik. Ein weiterer Kritikpunkt: Die meisten zugunsten der Aufforstung zitierten Studien beschreiben nicht die Situation nach der Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen oder abgeholzter Moore.

von Dorothee Scheuch

Kein Moor im Garten Bellevue?

Doch - bei der Woche der Umwelt 2024

13/05/2024 Moor gibt es nicht im Garten von Schloss Bellevue? Richtig, aber bei der Woche der Umwelt am 4./5. Juni schon.

Dann zeigen wir vom Greifswald Moor Centrum gemeinsam mit der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe bei der Woche der Umwelt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), wie wichtig Moorschutz für den Klimaschutz ist - mit Rohrkolben in der Wand und Torfmoos auf dem Teller.

Interessierte können an unserem Stand Nr. 35 unter anderem erfahren, wie Torfmoos im Bioreaktor vermehrt wird oder eine Landschaft mit Paludikultur im Modell aussieht. Als Erinnerung können sie sich Kresse im selbstgemachten Presstopf mitnehmen - gefüllt natürlich mit Substrat aus Paludikultur-Biomasse!

Anmeldungen zu der Veranstaltung sind bis zum 15. Mai möglich.

Aber was ist die Woche der Umwelt? Nicht ganz eine Woche, aber an zwei Tagen laden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die DBU dazu Umwelt- und Naturschutzorganisationen und weitere Ausstellende in den Park des Amtssitzes, um aktuelle und einfallsreiche Ideen und Vorhaben für mehr Umwelt-, Klima- und Artenschutz zu zeigen. Die Schau soll für alle Teilnehmenden Inspiration für eine nachhaltige Zukunft sein. Der Park wird dabei zur Zeltstadt. In diesem Jahr mit rund 190 Ausstellern und mehr als 70 Fachforen zu Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft, Naturschutz, etc.

Ins Leben gerufen wurde die Woche der Umwelt im Jahr 2002 vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Seitdem wird sie zusammen mit der in Osnabrück ansässigen Deutschen Bundesstiftung Umwelt veranstaltet. Dieses Jahr gibt es sie in siebter Auflage.

von NK

Start für PaludiAllianz

SOM-Card zum Auftakt der Allianz der Pioniere

Wirtschaftsakteure für Paludikultur

30/04/2024 Ende April, aber Beginn für die Allianz der Pioniere: 14 große Wirtschaftsunternehmen aus der Papier-, Verpackungs-, Bau-, Dämmstoff- und Holzwerkstoffindustrie erklärten mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin, nachwachsende, regionale Rohstoffe von nassen Moorflächen in ihrer Produktion zu testen und möglichst zu integrieren. Eine schnell wachsende Nachfrage nach Paludikultur in verschiedenen Wirtschaftssektoren sei das Ziel, so die gemeinsame Pressemitteilung der Umweltstiftung Michael Otto und der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, die die PaludiAllianz in der Initiative toMOOROw ins Leben gerufen haben. Zu den Gründungsmitgliedern zählt nun namhafte Unternehmen:
Interesse an zukünftigen Paludikulturprodukten im Bausektor haben der Fertighaushersteller Bau-Fritz GmbH & Co. KG, der Baukonzern STRABAG SE, die OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH und die Sto SE & Co. KGaA. Die Unternehmen toom Baumarkt und OBI Group Holding SE & Co. KGaA beachten Biomasse von vernässten Flächen zudem im Segment Gartenbau als Anbieter von Substraten. Papier und Verpackungen durch einen Anteil an Paludikultur-Biomasse nachhaltiger zu machen, dafür engagieren sich das Handels- und Dienstleistungsunternehmen Otto (GmbH & Co. KG), die LEIPA Group GmbH, die WEPA Stiftung sowie im Bereich Wertstoffmanagement PreZero Stiftung & Co. KG mit der OutNature GmbH. Im Bereich der Konsumgüter für Haushalt und Kosmetik beteiligt sich Procter & Gamble Service GmbH, sowie im Bereich Einzelhandel Tengelmann Twenty-One KG mit KiK Textilien und Non-Food.
„Aufbau von skalierbaren Wertschöpfungsketten mit Paludikultur-Biomasse aus wiedervernässten Mooren in Deutschland in praktischer Zusammenarbeit mit Wirtschaftsakteuren“ (PaludiAllianz) lautet der ausführliche Titel des Projektes, für das Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir an diesem 30. April in der Berliner Kulturbrauerei einen Förderbescheid in Höhe von knapp 1,8 Millionen Euro über die kommenden drei Jahre übergab. Da Wiedervernässungen gleichzeitig effektiven natürlichen Klimaschutz bieten, war auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke war Gastrednerin der Veranstaltung.

von NK

Handeln und Hebeln

Ausschnitt aus der Graphik des Mappings

Neue GMC-Publikation zu Moor, Recht & Wiedervernässung

22/04/2024 Rechtliche Rahmenbedingungen für die Wiedervernässung und Nutzung von Mooren - Ein Mapping von Handlungsfeldern und Hebeln heißt die neue GMC-Publikation in voller Länge. Sie bietet vor allem einen graphischen Überblick über neun Handlungsfelder und die jeweils geltenden Rechtsgrundlagen und politischen Strategien zu Wiedervernässung und angepasster Moornutzung in der Bundesrepublik Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf der Bundesebene. Es gibt Textboxen mit Vorschlägen, welche politischen Hebel den Moorklimaschutz verbessern oder beschleunigen könnten. Die jeweils zuständigen Ministerien sind praktischerweise gleich zugeordnet. Die GMC-Publikation versteht sich als Grundlage für weitere und detailliertere rechtliche Analysen.

von NK

Methan und Wiedervernässung

SOM-Card for film "Why methane emissions do not undermine peatland rewetting (Illustration: Sarah Heuzeroth)

Neuer Erklärfilm

17/04/2024 Was ist das geringere Übel - entwässerte Moore, die Kohlendioxid (CO2) ausstoßen, oder Wiedervernässung, die Methan (CH4) freisetzt? Antworten gibt dieser neue und wunderschön animierte Erklärfilm.
Denn nasse Moore - intakte und wiedervernässte - setzen Methan frei, und auch bei der Wiedervernässung ehemals entwässerter Flächen entsteht das Treibhausgas. Methan wirkt sich viel stärker auf das Klima aus als Kohlendioxid, verbleibt aber nur vergleichsweise kurz in der Atmosphäre. Dennoch ist Wiedervernässung nicht zu vermeiden, um Methanemissionen zu verhindern,. Die Bewältigung der Klimakrise erfordert ein Verringern der atmosphärischen Konzentrationen aller drei für Moore relevanten Treibhausgase (CH4, CO2, Distickstoffoxid (N2O)). Die Wiedervernässung reduziert die langlebigen CO2-Emissionen aus Mooren effektiv und schnell auf Null und ist daher immer die richtige Wahl für den Klimaschutz.
Zudem ist es möglich, die Methanemissionen durch verschiedene Maßnahmen zu minimieren, z. B. durch die Entfernung von Biomasse vor der Wiedervernässung, das Vermeiden von Langzeitüberflutungen und die schrittweise Wiedervernässung.
Mehr Information auch in unserem Factsheet Die Rolle von Methan bei der Wiedervernässung von Mooren.

von NK

Von Bioreaktor, Jubiläum, drei Ms & mehr ...

SOM-Card für Paludikultur-Newsletter 1|2024 (Bild: Maria Glaubitz)

Newsletter: neue Ausgabe
10/04/2024
Diese Themen passen nicht zusammen? Doch, denn in der neuen Ausgabe des Paludikultur-Newsletters ist jetzt zu lesen:

- was Torfmoose im Bioreaktor zu suchen haben,
- was das vorläufige Scheitern des Gesetzes zur Rettung am Europäischen Rat jetzt für Moor bedeutet,
- wie das 25 Jahre alte Konzept der Paludikultur gar nicht versumpft, sondern heute zu feiern ist, und
- wie Forscher eine Kombi mit miserablem Ruf - nämlich Moor, Mücken,und Malaria - im Peenetal unter die Lupe nehmen.

Wir wünschen nicht nur eine gute Lektüre, sondern nehmen gerne Feedback zum Newsletter entgegen, per E-Mail an communication@greifswaldmoor.de.

von Dorothee Scheuch

MoorMaidens beim Mapathon

Open Data mining für mehr Moorkarten weltweit

26/03/2024 Der Countdown läuft für den European Peatlands and Policies Mapathon 2024 - die Moor Maidens (das female Karten-Power-Team von Greifswald Moor Centrum ) sind morgen am Samstag 6. April dabei! Von 11-17 Uhr suchen sie nach Open-Source-Daten für … Deutschland (surprise 😉), aktualisieren und visualisieren sie. Denn Moor & OpenData/OpenScience - diese Kombi gefällt den MoorMaidens ziemlich gut.
 
Mapathon ist übriges kein Schreibfehler, sondern meist ein öffentliches Event - online oder auch im Feld - bei dem freiwillige Teilnehmer helfen, bestehendes Kartenmaterial mit frei zugänglichen Daten zu verbessern. Eine ursprüngliche Idee war zum Beispiel, Risiken für von Katastrophen gefährdete Gebieten zu erfassen.
 
Dieser Mapathon, organisiert von Projekt WaterLands und University of Galway, soll eine up to date Karte aller Moore und Feuchtgebiete in Europa liefern. Gearbeitet wird hauptsächlich mit dem Programm QGIS. Für die beste Karte gibt es einen Preis, aber alle Teilnehmenden erhalten danach die Arbeiten der anderen Teams und profitieren so gemeinsam. Und natürlich ist der Mapathon auch ein großes Netzwerkevent.
Wer möchte kann live auf Zoom und YouTube dabei sein ( https://waterlands.eu/news-and-events/european-peatlands-and-policies-open-data-mapathon-2024/ ) oder hier lesen, was die Moor Maidens auf die Beine… oder besser auf die Karte gestellt haben. Stay tuned!

von Dorothee Scheuch

Biodiversität - how to save it?

SOM-Card: 10 Must-Knows aus der Forschung (Foto: Leibniz).

10 Must-Knows aus der Forschung

25/03/2024 Good news: Es bleiben nur noch sechs Jahre, um die Biodiversitätsziele zu erreichen, aber wir können viel tun, um biologische Vielfalt wirksam zu erhalten, auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene, in Gesellschaft und in der Politik! 64 Wissenschaftler*innen haben ihre Ideen im neuen Bericht des Forschungsnetzwerks Biodiversität, koordiniert von der Leibniz-Gemeinschaft, zusammengetragen. Moore sind gleich ganz vorne genannt (dafür haben das Greifswald Moor Centrum und die Universität Greifswald auch mitgearbeitet), denn ihr Erhalt hilft, die Klimakrise wie auch den Artenverlust zu bekämpfen.

Tatsächlich ist bisher nur ein kleiner Teil der weltweiten Biodiversität verstanden. Deswegen empfiehlt der Bericht, das Funktionieren ganzer Ökosysteme in den Blick zu nehmen, statt einzelne Arten. Umweltmaßnahmen können so nachhaltiger werden. Die „10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung“ liefern Fakten für eine Nationale Biodiversitätsstrategie 2030, die derzeit erarbeitet wird. Damit setzt die Bundesregierung die 23 globalen Biodiversitätsziele um, auf die sich im Dezember 2022 die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf der Weltnaturkonferenz geeinigt hatten.

von NK

25 Jahre Paludikultur

SOM-Card_zur Ankündigung der Jubiläumsveranstaltung "25 Jahre Paludikultur"

Alles andere als versumpft! #SavetheDate

07/03/2024  Vor 25 Jahren wurde das Wort Paludikultur geboren. Ein „simples“ Wort musste her, für ein ganzes Konzept: Entwässerte Moorflächen wiedervernässen, um das Freisetzen von Klimagasen zu stoppen, und… in einer neuen nachhaltigen Form der Landwirtschaft weiter zu nutzen. Aus zwei lateinischen Worten puzzelte es sich zusammen, aus palus für Sumpf und cultura für Anbau. Seitdem ist viel passiert: Pioniere haben Paludikultur ausprobiert, Forschungsprojekte haben die verschiedensten Aspekte von Aussaat bis Zertifikate betrachtet, die Politik beschäftigt sich damit und Unternehmen beginnen, Paludikultur als Markt zu entdecken. Diese Entwicklung soll bei der Jubiläumsfeier am 10.-11. Juni (lunch to lunch) in Braunschweig gefeiert werden. Das Projekt PaludiZentrale, gemeinsam durchgeführt von Thünen Institut, Universität Greifswald und Succow-Stiftung, lädt ein zu Vorträgen, Exkursion und intensivem Netzwerken. Denn aus Paludikultur-Initiativen und -Projekten in Deutschland soll zum Austausch von Know-how und Erfahrungen ein großes PaludiNetz entstehen.

von NK

Nature Restoration Law verabschiedet

SOM Card_Eilwebinar zum Nature Restoration Law

Eilwebinar von MEP Paulus mit GMC 28.2.

27/02/2024  Es war keine Formsache, sondern spannend bis zum Ende! Nach dem Trilog im November letzten Jahres hat das Europäische Parlament heute hat das Gesetz zur Rettung der Natur (engl. Nature Restoration Law) verabschiedet. Das Gesetz ist ein Durchbruch, um die Natur als Überlebensgrundlage des Menschen zu sichern, und den Klimawandel wie das Artensterben aufzuhalten. Es ist das größte Naturschutzgesetz seit 30 Jahren.
Aber wie geht es jetzt weiter? antworten gibt das Webinar der Europaabgeordneten Jutta Paulus am Dienstag, 28.02.2024, um 19:00 Uhr auf Zoom (hier anmelden).  
Gemeinsam mit Jan-Niclas Gesenhues, Bundestagsabgeordneter und parlamentarischer Staatssekretär im Umweltministerium, und Franziska Tanneberger vom Greifswald Moor Centrum spricht sie darüber, welche Schritte nötig sind, damit das Gesetz in Kraft treten kann. Zu erfahren ist auch, was für die Umsetzung nun in den Mitgliedsstaaten zu tun ist und was das Gesetz hinsichtlich der Moore bedeutet.

von NK

Salon zu Caspar und Moor

Landschaft gemalt, aber auch erkannt?

10/02/2024  Die "Wiesen bei Greifswald" sind eines der bekanntesten Werke des Malers Caspar David Friedrich. Sie zeigen Greifswald und werden in diesem 250. Jubiläumsjahr des Romantikers auch seiner Heimatstadt zu sehen sein, nur ... Wiesen zeigen sie nicht. Die Sicht bis zu der Silhouette der Stadt fällt auf entwässerte Moore, damals wie heute. Darüber, über die fast zeitgleich (1824) publizierte „Untersuchung eines Torfmoors bei Greifswald …“ von Adelbert von Chamisso zu den Moore an der westlichen Ryck-Seite und über das Verhältnis von Mensch und Natur beziehungsweise Landschaft spricht Moorprof. Has Joosten in der Salonreihe des Caspar David Friedrich-Jahres. Der Salonabend am 22. Februar um 19 Uhr in der Ellernholzstr. 1-3 ist kostenfrei aber eine Anmeldung ist erforderlich.

Wiesen bei Greifswald (Foto: Christoph Schaller)

von NK

PaludiZentrale

begleitet nasse Moornutzung auf dem Weg zum Markt

24/01/2024 Das Projekt PaludiZentrale bündelt die Kraft für mehr wirtschaftliches Paludikultur-Potenzial aus vier kürzlich gestarteten Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuDs) zum Moorbodenschutz und zur Verwertung der Biomasse von wiedervernässten Flächen. Gemeinsam geleitet vom Thünen-Institut Braunschweig und von der Universität Greifswald sorgt es koordinierend für die einheitliche wissenschaftliche Datenerfassung und Vernetzung. Es wertet Ergebnisse übergreifend aus und entwickelt Vorschläge für politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie Handlungsempfehlungen für eine Umsetzung in die Praxis und kümmert sich ergänzend um den Wissenstransfer.

Die Forschenden werden die neuen Modell- und Demonstrationsvorhaben dabei begleiten, auf Hoch- und Niedermoorflächen den Wasserstand mindestens oberflächennah anzuheben und Paludikulturen (lat. palus: Sumpf, cultura: Landwirtschaft) anzubauen. Eine weitere Aufgabe ist es, die Verwertung der Moorbiomasse in Richtung Praxis voranzubringen. Dafür widmen sich die Projekte „Bewirtschaftung und Biomasseverwertung von nassen Niedermooren in Brandenburg (WetNetBB)“, „Living Lab Teufelsmoor – klima- und naturschutzorientierte Nassbewirtschaftung von Moorböden mit innovativer Aufwuchsverwertung im Landkreis Osterholz (LivingLab Teufelsmoor)“ und „Nachhaltige Erzeugung und Verwertung für Rohrkolben auf Niedermoorstandorten in Niedersachsen (RoNNi)“ in Niedersachsen den Anbaukulturen Schilf und Rohrkolben und den Nasswiesen für die Verwendung zum Beispiel in Baustoffen oder als Energieträger. Das Projekt „Torfmoos-Paludikultur als nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung von Hochmoorböden (MOOSland)“ dreht sich um das Entwickeln von Torfmooskulturen in großem Maßstab für Torfersatz.

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Die Wiedervernässung von Moorböden verringert klimaschädliche Emissionen. Zudem lassen sich auf diesen Flächen klimafreundliche, sogar klimapositive und lokal nachwachsende Rohstoffe für eine zirkuläre Wirtschaft als Ersatz für bisher genutzte erdölbasierte Materialien gewinnen. Noch ist der Markt für die Biomasse aus nassen Mooren klein. Die großflächige Wiedervernässung von Moorböden kann jedoch nur mit einer wirtschaftlichen Perspektive erfolgreich umgesetzt werden. Diese Perspektive ist entscheidend, um die Akzeptanz sowohl bei den Landeigentümer*innen als auch bei den -nutzer*innen und in der gesamten Gesellschaft zu fördern. Deswegen widmen sich die vier MuDs und die übergreifende fachliche Koordination durch das Projekt PaludiZentrale dem Aufbau von Wertschöpfungsketten vom Anbau bis zur Verwertung. Sie zielen dabei auf die Industriezweige Baustoffe, Papier und Faserstoffe, Gartenbausubstrate sowie auf die Energieerzeugung ab. PaludiZentrale sorgt für Austausch und Beratung zur Entwicklung entsprechender Produkte, Rohstoffeigenschaften, Anforderungen und möglichen Hürden nicht nur zwischen den MuDs, sondern auch mit Industrievertreter*innen, Landwirt*innen und weiteren Akteur*innen. So kann sichergestellt werden, dass die Wissenschaftler*innen Daten nach einheitlicher und vergleichbarer Methodik erfassen und übergreifend auswerten können. Dies bezieht sich auf Anbau und Verwertung, auf betriebswirtschaftliche und sozioökonomische Analyse. Ebenso betrifft es das Monitoring der langfristigen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen, zum Beispiel wie sich Treibhausgasaustausch, Böden, Hydrologie, Wasserqualität und Biodiversität auf den wiedervernässten Flächen entwickeln. Die Forschenden leiten daraus Empfehlungen ab, unter welchen Rahmenbedingungen Paludikulturen und deren Verwertung in regionalen Wertschöpfungsketten wirtschaftlich lohnend sein können. Darauf folgt der Wissenstransfer in Politik, Praxis und Gesellschaft, der gemeinsam durch die Michael Succow Stiftung und die Universität Greifswald, beide Partner im Greifswald Moor Centrum, umgesetzt wird. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt das zehnjährige Vorhaben mit Mitteln aus dem Klima-Transformations-Fonds (KTF), Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).
Zudem strebt das Projekt PaludiZentrale über das sogenannte „PaludiNetz“ auch die Vernetzung der MuD-Vorhaben mit vier bereits laufenden Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz an, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. (BMUV) über die Z-U-G gGmbH als Projektträger finanziert und die ebenfalls über zehn Jahre laufen.


Bilder: links: Wissenschaftler bei einer Bohrung im Moor (Foto: Jan Hilgenfeld), rechts: Landwirtschaftsminister Cem Özdemir u.a. mit Moorforschern beim Besuch eines Niedermoors (Foto: Andreas Haberl)

von NK

Bibliothek und Baustelle

Führung zum World Wetlands Day

23/01/2024 Zum internationalen Tag der Feuchtgebiete am 2. Februar nimmt Moorpapst Prof. Hans Joosten Interessierte für eine Stunde mit – nein, nicht ins Moor - sondern auf die Baustelle, und zwar analog wie online! In ein Gebäude, wo die Inspiration von den Wänden tropfen und zehntausende Bücher in allen Genres und Sprachen stehen sollen, zu einem Thema, zu Moor.
Gerade laufen Renovierungsarbeiten im ehemaligen Hörsaal der „Alten Chemie“ in Greifswald, denn dieser wird das neue Domizil der Moorbibliothek. Mit einem Bestand von 50.000 Publikationen ist die Spezialsammlung zu Mooren und Naturschutz ein wichtiger Teil des Greifswald Moor Centrum und von internationaler Bedeutung. Noch 2024 sollen kistenweise Bücher in den denkmalgeschützten Saal einziehen und barrierefrei zugänglich in dem hohen Raum mit zwei Galerien stehen.
Statik, Finanzierung, Altlasten – auf dem Weg von der Vision einer eigenen Bibliothek bis zur Umsetzung waren und sind viele Herausforderungen zu bewältigen. Moorpapst Hans Joosten führt durch den Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäudeflügel und erzählt von dessen Geschichte, der aufwendigen Dekontamination und den neuen moorigen Inhalten. Wer nicht dabei sein kann, kann an diesem World Wetlands Day einer „kleinen Moorbib-Baustellenführung“ auf den Facebook und Instagram-Accounts des Greifswald Moor Centrum folgen. Analog ist der Treffpunkt um 15 Uhr im Innenhof die Soldmannstrasse 16. Da die Zahl der Teilnehmer begrenzt ist, wird um eine Anmeldung an bibliothek@greifswaldmoor.de gebeten.


Links: Besichtigung der Moorbibliothek während der Renovierung; rechts: Rohbau nach Dekontamination (Bilder: S. Furtak)

von NK

MOOSland am Start

Ernte von Torfmoosen (Foto: Tobias Dahms)

Für kleines Torfmoos large scale

11/01/2024 Mit MOOSland soll eine kleine Pflanze groß herauskommen – Torfmoos. Diese lässt sich als nachwachsender Rohstoff für den Ersatz von Torf im Gartenbau mit großem Plus für Klima und Wirtschaft anbauen.  In den nächsten zehn Jahren will MOOSland den bereits in Pilotprojekten erforschten Anbau und die Verwertung von Torfmoos-Biomasse im großen Maßstab umsetzen.
Denn etwa für Grünland, das aus Gründen des Klimaschutzes wiedervernässt wird, bietet die Kultivierung von Torfmoosen eine Alternative zur bisherigen entwässerungsbasierten Landwirtschaft. Torfmoos speichert in seinen Zellen Wasser, und zwar bis zur 30fachen Menge seines Eigengewichtes. Es liefert einen regenerativen Rohstoff mit ähnlichen Eigenschaften wie der aus ihm gebildete Torf. Daher ist es als Torfersatz hervorragend geeignet. MOOSland wird nun dazu beitragen, Torfmoos-Paludikultur großflächig ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich zu untersuchen und zu implementieren.
MOOSland ist ein Modell- und Demonstrationsvorhaben von Universität Greifswald und sieben niedersächsischen Partnern. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt das Vorhaben mit insgesamt ca. 12,5 Mio. Euro aus dem Klima-Transformations-Fonds (KTF); Projektträger ist die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR).

von NK

Wieder nass – aber ohne Hochwasser

Hochwasser auf dem Koos (Foto: Succow Stiftung)

Land unter mit Benefit statt Schaden

06/01/2024 Es hat viel geregnet in den vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands. Viele Flüsse sind über ihre Ufer getreten, zahlreiche Flächen sind überflutet, Deiche weichen auf und das Wasser bedroht Ortschaften. Unzählige Rettungskräfte und Helfer kämpfen darum, die Schäden in Grenzen zu halten.
Unser Umgang mit Wasser ist ein wesentlicher Grund für die Überflutungen: das Wassermanagement ist heute darauf ausgelegt, Niederschlagswasser schnell und kontrolliert aus der Landschaft abzuleiten. Deswegen ist sie durchzogen mit einem dichten Entwässerungsnetz aus Gräben, unterirdischen Drainagerohren, Vorflutern, Schöpfwerken usw. Auch das Begradigen von Fließgewässern trägt zum schnelleren Abfließen des Wassers bei. Bei hohen Niederschlägen ist dieses Entwässerungssystem jedoch überlastet. Das Wasser lässt sich nicht schnell genug ableiten und Überflutungen sind die Folge.
Modellierungen zeigen, dass aufgrund des Klimawandels zukünftig höhere Niederschläge im Winter und mehr Starkregenereignisse zu erwarten sind. Deshalb ist es umso wichtiger, den Hochwasserschutz für die Zukunft sicherer zu machen. Dafür nur an stabilere und höhere Deiche zu denken, reicht nicht. Vielmehr sollten Retentionsräume viel stärker berücksichtigt werden, denn sie haben eine große Bedeutung und großes Potential für den Hochwasserschutz.
Hierbei spielen Moore eine herausragende Rolle. Im entwässerten Zustand können sie Hochwassersituationen verschärfen, wenn ihre Torfe degradiert und verdichtet sind. Nasse Moore dagegen können Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und speichern und so den Abfluss verzögern. Mit einem Torfbildungshorizont (sog. Akrotelm) in den obersten Dezimetern sind sie in der Lage zu „atmen“, die Oberfläche schwankt also je nach Wasserangebot (sog. Mooroszillation). Kurzzeitige Überflutung schaden nassen Mooren so nicht, auch wenn sie landwirtschaftlich in Paludikultur genutzt werden. Gleichzeitig puffern sie Hochwasserspitzen dadurch ab. Auch deshalb heißt es „Moor muss nass!“.