Aktuelles

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Stark verwässert

Stark verwässert

Moorschutz in Entwurf der EU-GAP 20202 ungenügend

27/11/2020 Beim Thema Moore sind die Ende Oktober beschlossenen Änderungsvorschläge von Agrarministerrat und Parlament für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union ab 2023 ungenügend. Moore sind in den Bestimmungen zum Erhalt landwirtschaftliche Flächen in "gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand" (GLÖZ) behandelt. Der Agrarministerrat hat den ursprünglich vorgesehenen „Angemessenen Schutz von Feuchtgebieten und Torfflächen“, also Mooren, abgeschwächt und hinausgezögert zu „Minimaler Schutz von Feuchtgebieten und Mooren spätestens ab 2025“. Das Parlament beschloss hingegen die Formulierung „Effektiver Schutz von Feuchtgebieten und angemessener Erhalt von Mooren“, die viel Interpretation zulässt. Wäre ein bloßer Erhalt von Moorflächen gemeint, würden sehr viele dieser Böden durch bestehende Entwässerung weiter degradieren und weiter beängstigend hohe Treibhausgasemissionen verursachen. Einen Lichtblick gibt es: Paludikultur soll beihilfefähig werden! Das würde die nasse Bewirtschaftung der Landwirtschaft auf entwässerten Böden gleichstellen und die flächenbezogenen Direktzahlungenermöglichen. Das Informationspapier Peatlands in the EU CAP des Greifswald Moor Centrum und vieler Partner erklärt, wie Moore und Moornutzung angemessen in der GAP berücksichtigt werden könnten. Konkrete Hinweise zum GLÖZ2 in Deutschland gibt das Informationspapier GLÖZ 2 „Angemessener Schutz von Feuchtgebieten und Torfflächen“. Eine Übersicht der Instrumente für eine klimaverträgliche Moornutzung in Deutschland haben Autoren von Greifswald Moor Centrum und Deutschem Verband für Landschaftspflege in “Berichte über Landwirtschaft” veröffentlicht.

Bioökonomie mit Klimaschutz-Bonus

Bioökonomie mit Klimaschutz-Bonus

Online-Infotag: Verwertung von Moor-Biomasse

03/11/2020 Am 10. und 11. Dezember bieten das Greifswald Moor Centrum und der Deutsche Verband für Landschaftspflege jeweils von 10-12 Uhr via Zoom die kostenfreien Video-Veranstaltung zu Bioökonomie mit Klimaschutz-Bonus - Verwertung von Moor-Biomasse. Die Session des ersten Tages dreht sich um die stoffliche Nutzung, die Session am zweiten Tag befasst sich mit energetischer Nutzung und Substraten. Die Infoveranstaltung gibt mit Vorträgen von Beispiel-Betrieben und Experten einen praxisnahen Überblick, wie sich die Biomasse von nassen Mooren nutzen lässt, welche Absatzmärkte es gibt, und wie diese für Schilf, Seggen, Rohrkolben oder Torfmoos angepasst und etabliert werden können. Aktuell ist die Biomasse aus nassen Mooren ein anspruchsvoller Rohstoff, für den die Absatzmärkte noch ausgebaut werden müssen. Ihr großer Vorteil: Sie kann auf verschiedene Weise zum Klimaschutz beitragen: durch die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen im Moor, den Ersatz fossiler Rohstoffe und durch langfristige Festlegung z.B. in Baustoffen. Ob als Verpackung, Formteil, Dämmstoff, Torf-Ersatz oder zur Erzeugung von Wärme oder Strom – in jedem Produkt steckt Klimaschutz.
Für eine Anmeldung schreiben Sie eine kurze E-Mail an sekretariat@lpv.de. Sie bekommen daraufhin rechtzeitig einen Einwahllink zur Veranstaltung zugeschickt. Die Veranstaltung wird im Rahmen des MoKli-Projektes organisiert. Das Projekt wird gefördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutz­initiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Vogel des Jahres - es kann nur einen geben!

Vogel des Jahres - es kann nur einen geben!

#TeamSeggi für den Seggenrohrsänger als Vogel des Jahres 2021 (Bild: S. Meier)

Voten für den Seggenrohrsänger

30/10/2020 Der Wahlkampf hat begonnen! Die Nominierungen für den Wettbewerb „Vogel des Jahres 2021“ laufen bis 15.12.2020. #TeamSeggi, darunter das Greifswald Moor Centrum, setzt sich für „Seggi first!“ ein: Macht den kleinen Vogel wieder groß und unterstützt unsere Nominierung des Seggenrohrsängers.
Der Seggenrohrsänger ist weltweit vom Aussterben bedroht. In Deutschland lässt er sich seit 2014 nicht mehr nachweisen. Der „Seggi“ lebt in Seggenbeständen nasser Niedermoore. Mit der großflächigen Entwässerung von Moorböden ist er fast aus Deutschland verschwunden. Der Seggenrohrsänger ist also auch ein Indikator für intakte Moore und damit ein kleiner geflügelter Klima-Botschafter.
Und es gibt Hoffnung: Im vergangenen Jahr konnten Seggenrohrsänger von Weißrussland nach Litauen gebracht und dort in restaurierten Niedermooren wieder angesiedelt werden. Die Nominierung zum Vogel des Jahres 2021 würde nicht nur dem Seggenrohrsänger Aufwind geben, sondern auch Mooren und ihrer Bedeutung für den Klimaschutz Aufmerksamkeit verleihen. Den aktuellen Wissensstand zu Ökologie, Habitatmanagement und Schutz des Seggenrohrsängers fasst das Aquatic Warbler Conservation Handbook zusammen. Information biete auch die Website des Aquatic Warbler Conservation Team (AWTC), dem auch GMC-Wissenschaftlerinnen angehören.

Kämpferinnen und Königinnen

Kämpferinnen und Königinnen

Neue Literaturabende in der Moorbibliothek

16/10/2020 Ekaterina Galkina, Mady Murie, Betje Polak – die Namen sagen Ihnen nichts? Ändern können Sie das bei den neuen Literaturabenden in der Moorbibliothek am Greifswald Moor Centrum.
Galkina rettete mit ihrem Moorwissen während des 2. Weltkrieges Menschen im belagerten Leningrad. Murie verdoppelte die Schutzgebiete der Arktis. Polak legte unter schwersten Bedingungen die Grundlagen der Moorforschung in den Tropen.
Moorkundler und Bibliophil Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten stellt diese und weitere Heldinnen der Moore ab 21. Oktober bei den Literaturabenden 2020/21 in Programmbibliothek zu Moor und Naturschutz (Peatland and Nature Conservation International Library, PeNCIL) vor. Bis März ist an einem Mittwoch im Monat Moorabend im Goldzimmer der Ellernholzstr. 1/3 von 19-21 Uhr. Während der Veranstaltungen ist das Tragen eines Mundschutzes als Maßnahme gegen Covid-19 Pflicht. Die Teilnahme ist kostenlos und jeweils auf zehn Teilnehmende begrenzt. Anmeldungen mit Nennung des präferierten Termins per Mail an bibliothek@ greifswaldmoor.de, eine Bestätigung erfolgt. Es gilt “first come, first served”! Während der Veranstaltung werden Ton- und Bildaufnahmen gemacht.

Prof. Hans Joosten beim Literaturabend in der Moorbibliothek (Foto: lensescape.org)

Solar und Windkraft im Moor?

Solar und Windkraft im Moor?

Nur unter nassen Bedingungen

30/09/2020 Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft sind unbestritten ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Werden die Anlagen jedoch auf Moorböden gebaut, müssen diese zugleich vernässt werden (können). Das neue Positionspapier des Greifswald Moor Centrum zu Photovoltaik- und Windkraftanlagen auf Moorböden stellt dar, dass z.B. in Mecklenburg-Vorpommern durch die Vernässung der Moorflächen doppelt so viel Emissionen reduziert werden könnten wie derzeit durch hiesige Windkraftanlagen und sogar siebenmal so viel wie durch die derzeitigen Solaranlagen des Bundeslandes. Eine Kombination mit einer Biomassenutzung aus Paludikulturen auf wiedervernässten Mooren würde zudem nachwachsende Rohstoffe als Alternative zu fossilen Roh- und Brennstoffen produzieren.

Ein weiteres neues GMC-Positionspapier, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege erarbeitet wurde, weist darauf hin, dass zum Schutz kohlenstoffreicher Böden die Aufnahme des GLÖZ2-Standards („Angemessenen Schutz von Feuchtgebieten und Torfflächen“) in die neue Gesetzgebung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union entscheidend ist. Zudem benennt es Vorschläge für die Ausgestaltung sowie flankierende Maßnahmen. GLÖZ sind Standards für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand im Rahmen der GAP.

Zukunftsrat für MV

Zukunftsrat für MV

Franziska Tanneberger bei Feldbegehung (Foto: GMC)

Moorkundlerin hat Ko-Vorsitz

24/09/2020 Am 21. September hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns einen Zukunftsrat für das Bundesland einberufen. Den wissenschaftlichen Ko-Vorsitz hat Dr. Franziska Tanneberger, Leiterin des Greifswald Moor Centrums, übernommen. Das Greifswald Moor Centrum gratuliert herzlich! Die Berufung zeigt, dass das Bemühen um den Erhalt der Moore Mecklenburg-Vorpommerns sowie innovative Idee zum wirtschaftlichen Potential der nachhaltigen Moornutzung auf politischer Ebene wahrgenommen und geschätzt werden. Der 49 Mitglieder starke Rat soll dazu beitragen, das kommende Jahrzehnt für Mecklenburg-Vorpommern ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsstark zu gestalten. Zusätzlich zu den neun Sitzungen des Rates bis Frühjahr 2021 wird es gegen Ende dieses Jahres auch ein Online-Beteiligungsverfahren zu Zukunftsfragen des Landes geben. Weitere Details in der Pressemitteilung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns.